Wo wären wir ohne BusfahrerInnen?

Ihre Busrouten mögen perfekt und Ihr Fahrplan akribisch aufgebaut und durchgeplant sein, aber ein Mangel an FahrerInnen kann dazu führen, dass Kommunen, Transportunternehmen und Fahrgäste ernsthafte Herausforderungen bekommen. Fahrermangel ist ein weltweites Phänomen und vor Covid-19 war eine der größten Sorgen für weiteres Wachstum im ÖPNV auch ausreichend zusätzliches Fahrpersonal finden und ausbilden zu können. In kühleren Jahreszeiten, in denen Erkältungen etwa öfter auftreten kam es in manchen Verkehrsverbünden zu Ausfällen einzelner fahrplanmäßiger Fahrten aufgrund von FahrerInnen-Mangel.

Was können Kommunen und Transportunternehmen dagegen tun?

Neben der Entlohnung und eventuellen Zusatzleistungen, wie beispielsweise vergünstigter Wohnraum, etwa in Ballungsräumen wie München sind gute Arbeitsbedingungen eines der Schlüsselelemente für den Erhalt des Fahrpersonals und das Anwerben neuer FahrerInnen.

Dazu gehören nicht nur die wesentlichen Grundlagen – die Einhaltung der gesetzlich und tarifvertraglich vorgeschriebenen Pausen- und Ruhezeiten – sondern auch eine gute Arbeit, um die Arbeitspräferenzen der einzelnen FahrerInnen so weit wie möglich zu berücksichtigen und gleichzeitig einen effektiven und effizienten Dienstplan für alle FahrerInnen zu erstellen.

Wie die Busbetreiber im Vereinigten Königreich und in Europa bereits wissen, ist die Verwendung rotierender Dienstpläne (oder Rotas) – bei denen die FahrerInnen durch jede Linie des Dienstplans rotieren, so dass am Ende alle FahrerInnen die gleiche Arbeitswoche haben, nur zu unterschiedlichen Zeiten – eine effektive Methode zur Erstellung eines gerechten Dienstplans.

Aber was Transportanbieter und Kommunen vielleicht nicht erkennen, ist, dass es etwas mehr braucht, um das Beste aus den Dienstplänen herauszuholen, damit sie das Leben für die FahrerInnen gerechter und für die Disponenten einfacher machen können. Diese geheime Zutat nennen wir Dienstplanoptimierung.

Ein Beispiel für einen Dienstplan auf der Optibus-Plattform. Die Linien 1 und 4 des Dienstplans sind mit Warnschildern versehen, um die Fahrplaner darauf hinzuweisen, daß der Dienstplan nicht mit den vorgeschriebenen Ruhe- und Pausenregeln übereinstimmt.

In einem regulären Dienstplan, wie oben beschrieben, prüft die Plattform, ob zwischen dem letzten Tag der Dienstplanlinie und dem ersten Tag derselben Linie genügend Ruhezeit vorhanden ist, da derselbe Fahrer jede Arbeitswoche dieselbe Dienstplanlinie durchführt. Bei einem rotierenden Dienstplan überprüft die Plattform die Ruhezeit zwischen dem letzten Tag der aktuellen Linie und dem ersten Tag der nächsten Linie, da alle FahrerInnen der Gruppe jede Linie des Dienstplans durchlaufen.

Vorteile der Verwendung rotierender Dienstpläne

Bevor wir uns damit befassen, was eine rotierende Dienstplanoptimierung ist und wie sie sowohl den FahrernInnen als auch den Disponenten helfen kann, wollen wir uns einen Moment Zeit nehmen, um die Vorteile rotierender FahrerInnen durch dieselben Dienstplanzeilen zu betrachten.

Zu diesen Vorteilen gehören die gerechte Dienstzuteilung für die Fahrer und die größere Leichtigkeit, mit der mehrere Fahrer einem bestimmten Dienst zugeordnet werden können, was sowohl den Fahrplanern und Disponenten als auch den FahrernInnen zu Gute kommen kann.

Schauen wir uns einen vereinfachten rotierenden Dienstplan mit nur einer Fahrerin und zwei Fahrern an: Tim, Jane und Bob.

Tim erhält die Dienstplanlinie 1, Jane die Dienstplanlinie 2 und Bob die Dienstplanlinie 3. Da jeder FahrerIn nach Abschluss eines jeden Umlaufs zur nächsten Linie wechselt, würde Tim in der nächsten Woche die Linie 2, Jane die Linie 3 und Bob die Linie 1 erhalten. Dies kann auf unbestimmte Zeit so weitergehen.

Nehmen wir an, die Dienstplangruppe 1 ist sehr gefragt – vielleicht gibt es keine geteilten Schichten, oder sie beginnt nicht zu spät oder endet früh. Das bedeutet, dass alle FahrerInnen in der Gruppe zumindest zeitweise bevorzugte Dienstplanzeilen erhalten. Während die Zuweisung an eine/n einzelne/n FahrerIn für diese/n bestimmte/n FahrerIn gut sein kann, ermöglicht die Zuweisung an alle FahrerInnen im Dienstplan auf rotierender Basis, dass alle FahrerInnen manchmal davon profitieren, indem sie diese Linie in festgelegten Intervallen zugewiesen bekommen.

Die Linien des Dienstplans für eine bestimmte Gruppe von FahrernInnen können ähnlich sein (z.B. können sie ungefähr die gleiche Startzeit haben), oder die FahrerInnen können abwechselnd durch die Linien des Dienstplans wechseln (z.B. eine frühe Woche gefolgt von einer späten Woche). In jedem Fall profitieren FahrerInnen mit rotierenden Dienstplänen davon, dass sie weit im Voraus wissen, wie ihre Woche aussehen wird, und können so ihre persönliche Freizeit-Planung im Hinblick auf ihre Arbeitszeiten vornehmen.

Darüber hinaus sagen einige FahrerInnen, dass sie es vorziehen, die Vielfalt der Aufgaben zu übernehmen, die mit einem rotierenden Dienstplan möglich sind, weil dies ihre Arbeit interessanter macht.

Leichter zu pflegen                                                                                                                             

Abgesehen davon, dass sie den FahrernInnen gegenüber fairer sind, sind rotierende Dienstpläne auch leichter einzuhalten, da die FahrerInnen problemlos die Wochen wechseln oder sich gegenseitig vertreten können, wenn jemand krank ist oder zu spät kommt, da jeder im gleichen Dienstplan mit den gleichen Strecken vertraut ist.

Wenn Fahrer in der Lage sind, für andere Fahrer einzuspringen oder zu wechseln, macht es dies sowohl für die Dispatcher als auch für die Fahrer einfacher, während die rotierenden Dienstpläne es für die Disponenten einfacher machen durch die Möglichkeit, einen beliebigen Platz in einer Gruppe von Fahrern im Dienstplan einzutragen. Mit rotierenden Dienstplänen können die Fahrer immer noch “gute” Linien in ihren Dienstplänen erhalten, ohne dass die Disponenten sie auf die jeweiligen Anforderungen extra zuschneiden müssen. 

Wie hilft die Dienstplanoptimierung?

Rotierende Dienstpläne können Planern, Dispatchern und Fahrern zu Gute kommen, unabhängig davon, ob die Dienstpläne manuell oder mit Hilfe elektronischer Optimierung erstellt werden.

Diejenigen, die ohne Optimierung erstellt werden – ob von Disponenten oder auf der Grundlage von Fahrerauswahlen im Cafeteria-Stil – brauchen nicht nur länger für die Planung, sondern können auch unnötige Arbeitskosten wie Überstunden verursachen und ein hohes Risiko der Nichteinhaltung von Arbeitsgesetzen und -vereinbarungen enthalten.

Geringere Arbeitskosten

Die Arbeitskosten können unnötig steigen, wenn die Dienstplanzeiten nicht genau mit den Fahrzeiten übereinstimmen.

Bei Dienstplänen, die im Kantinen-Stil zustande kamen, können zum Beispiel altgediente FahrerInnen längere Fahrten mit mehr Überstunden wählen, als zur Abdeckung aller Fahrten eigentlich erforderlich wären. Das kann dann auch zu einer weniger gerechten Dienstplanverteilung führen, wenn für die jüngeren FahrerInnen nur noch die weniger attraktiven Dienstplangruppen übrig bleiben.

Solche Ungerechtigkeiten kann die Optimierung von Dienstplangruppen weitgehend verhindern, weil sie die Berücksichtigung der Arbeitsgesetze und -vereinbarungen beinhaltet und somit sichergestellt ist – und auch Fahrerpräferenzen berücksichtigt werden können – während gleichzeitig das elektronische System bemüht ist, unnötige Überstunden und vertragliche Mindestarbeitszeiten minimiert werden.

Einhaltung der Arbeitsgesetze

Um einen genaueren Blick darauf zu werfen, wie die Dienstplanoptimierung den Planern hilft, sicherzustellen, dass Pausenregeln und andere Arbeitseinschränkungen eingehalten werden, nehmen wir einen Dienstplan mit den folgenden Anforderungen:

Mindestens neun Stunden Ruhezeit zwischen den Tagen

Mindestens zwei aufeinander folgende arbeitsfreie Tage pro Dienstplanlinie

Wenn ein nicht rotierender Dienstplan optimiert wird, wird jede dieser Regeln innerhalb einer bestimmten Dienstplanlinie validiert, da die FahrerInnen jede Woche die gleichen Aufgaben erfüllen. Bei der Optimierung von rotierenden Dienstplänen wird bei der Validierung auch die angrenzende Dienstplangruppe berücksichtigt, da die FahrerInnen mit ihren Aufgaben ja von einer Dienstplangruppe zur nächsten wechseln.

In einigen Fällen sind Aufgaben, die gültig sind, wenn man jeweils nur eine Zeile des Dienstplans betrachtet, ungültig, wenn sie im Zusammenhang mit einem rotierenden Dienstplan bewertet werden. Im Beispiel unten sehen Sie etwa, dass bei einem rotierenden Dienstplan, dessen Dienstplanzeile am Montag beginnt und am Sonntag endet, eine geteilte Schicht, die am letzten Tag der Dienstplanzeile 1 (Sonntag) spät in der Nacht endet, einen Validierungsfehler erhält, weil vor der ersten Schicht der Dienstplanzeile 2 (Montag) nicht genügend Ruhezeit zur Verfügung steht.

In anderen Fällen können einige Dienste in einem rotierenden Dienstplan gültig sein, die nicht gültig wären, wenn man nur eine Dienstplanzeile auf einmal betrachten würde.

Im obigen Beispiel hat die Dienstplanlinie 4 nicht zwei aufeinander folgende freie Tage. Während dies bei der Betrachtung eines Standardarbeitszeitplans als Verstoß gegen die Arbeitsanforderungen gekennzeichnet ist, stellt dies im rotierenden Dienstplan keinen Verstoß mehr dar, da der letzte Tag der Dienstplanzeile 4 (Sonntag) und der erste Tag der Dienstplanzeile 5 (Montag) beide arbeitsfreie Tage sind, so dass der Fahrer die erforderlichen zwei aufeinander folgenden freien Tage hat.

Wir haben gesehen, dass rotierende Dienstpläne für die FahrerInnen gerechter und für Disponenten und Dispatcher leichter einzuhalten sind, und dass eine Optimierung die Arbeitskosten senken und die Einhaltung von Arbeitsregeln vereinfachen kann. Diejenigen, die derzeit rotierende Dienstpläne verwenden, erkennen vielleicht bereits den Wert der Möglichkeit für die FahrerInnen, durch festgelegte Dienstpläne zu rotieren, aber es ist wichtig für Transportanbieter und Kommunen, auch zu erkennen, dass die Optimierung es den Planern, Dispatchern und FahrerInnen ermöglicht, das Beste/Optimum aus den Dienstplänen herauszuholen.